Der erwartete Paukenschlag blieb aus: Die US-Notenbank lässt die Leitzinsen unverändert. Der neue FED-Chair Kevin Warsh sieht angesichts einer hartnäckigen Inflation und einer nahezu vollbeschäftigten US-Wirtschaft keinen Anlass, an der geldpolitischen Schraube nach unten zu drehen – und schließt im selben Atemzug weitere Zinserhöhungen im Laufe des Jahres ausdrücklich nicht aus. Für die Finanzmärkte ist das ein klares Signal, das sich kurzfristig auch im Goldpreis niederschlägt und unter Anlegern weltweit für Verunsicherung sorgt.

Christian Trinker, Edelmetallexperte der Goldvorsorge, ordnet im Interview den FED-Beschluss und seine Konsequenzen für europäische Anleger ein. Er erklärt, warum Kevin Warsh mit seinem Auftritt ein neues Regime in das Notenbankhaus bringt, weshalb der Goldpreis auf solche Zinsentscheidungen oft kurzfristig negativ reagiert und warum aktuelle Rücksetzer aus Sicht erfahrener Anleger keine Warnsignale sind, sondern Gelegenheiten. Zentral bleibt für ihn der langfristige Befund, dass Gold als Inflationsschutz seine Funktion seit Jahrtausenden erfüllt, während die Kaufkraft der Fiatwährungen kontinuierlich erodiert.

„Der Goldpreis ist immer gleich. Nur die Währungen verlieren an Wert." – Christian Trinker

Das Interview gliedert sich in folgende Abschnitte:

00:00:00 Warum die FED die Zinsen unverändert lässt
00:01:03 Auswirkungen auf Dollar und Goldpreis
00:02:12 Mögliche Zinserhöhungen und ihre Folgen für Gold
00:02:58 Gold als Inflationsschutz aus langfristiger Perspektive
00:03:43 Amateur und Profi: Wie unterschiedlich Rücksetzer gelesen werden